2009-06-23

Umsturz? Stimmt, da hinten, der Sack Reis da...

[info]greensaki hat mich gestern während einer kleinen icq-diskussion über The Zeitgeist Movement ausgequetscht, insofern sie den Eindruck hatte, ich hätte über manches nicht genug nachgedacht. Zumindest habe ich bisher versäumt, eine Art schlüssiges Gesamtkonzept vorzulegen. Dies zum Teil, weil mein Gehirn gerade eben umstellt von „ich-sehe-wo-und-warum-die-Kacke-am-dampfen-ist-aber-ich-komm-hier-nicht-raus“ auf ein nach vorn gerichtetes Denken. Zum Teil auch, weil dafür dreimal so lange Einträge erforderlich wären, die noch weniger Leute lesen und deren Inhalte ohnehin besser durch Primärquellen und Wiki-Einträge dargestellt wären. Ich möchte außerdem nicht den Eindruck erwecken, ich wäre seit neuestem auf irgendeinem esoterischen Guru-Trip, um meine und eure arme Seele zu retten. Das liegt mir fern.

Es geht hier nicht um Gefolgschaft, um Meinungen oder Glaubensfragen, um Interessen oder Politik.
Die Grundlage von Zeitgeist ist Bildung, denn die ermöglicht es, wissenschaftliche Methoden auf Gesellschaftsgestaltung und Entscheidungsfindung anzuwenden. Herauszufinden, was wirklich wichtig für mich als einzelnes Lebewesen ist, aber auch für jede Stufe von Gemeinschaft. Bis hin zur Ökosphäre.
Daher wäre es besser, meine Leser holten sich ihre Information nicht aus zweiter Hand (von mir), sondern ließen sich nur anregen, bei Interesse an die Quellen selbst zu gehen.
Aber ich akzeptiere natürlich, dass die Mehrzahl auf dieser Site hier bleiben möchte und sich mit ein paar Happen ausreichend darüber in Kenntnis gesetzt fühlt, was der olle Pax mit dem Rest seines Lebens anzustellen gedenkt.

Eigentlich hatte ich vor, eine kleine SciFi-Story draus zu machen. Die erschien mir angesichts der Komplexität des Themas anschließend so banal, dass ich sie – zumindest ohne Gegenlesung und auf Unterhaltung getrimmte Schreibe – für untauglich halte. Bleiben wir bei den Fakten, während ich versuche, einen über Jahrzehnte entwickelten Entwurf in begreifbare Stücke zu zerlegen. Es geht um nichts weniger, als eine völlige Neugestaltung, die sämtliche bisher für selbstverständlich erachteten Institutionen, Gebräuche und Denkweisen auf den Prüfstand stellt und in sehr vielen Fällen obsolet macht.

Da tauchen natürlich Bedenken vor „Illusionen“, „Kommunismus“, „Revolution“ und ähnlichem mehr auf. Ich möchte den kommenden Blogeinträgen nur insoweit vorgreifen, als ich darauf hinweise, dass jeder Punkt des Zeitgeistkonzepts hinterfragt werden kann. Glaube, Hoffnung oder blinde Gefolgschaft taugen nicht als Grundlage einer Gesellschaft, die die Ursachen des Leids auszumerzen anstrebt. Außer der Würde des Menschen, sein Recht auf Leben, gibt es hier also keine heiligen Kühe. Dies schließt von allein gewaltsame Umstürze und Durchsetzungsversuche von oben herab aus.

Die Revolution ist eine Revolution des Denkens, eine Befreiung von nicht-funktionierenden Mustern, der Sturz von Dogmen, Autoritäten und Gewohnheiten, damit Handlungsalternativen überhaupt eine Chance erhalten. Sie findet ausschließlich im Kopf statt. Zunächst bei ein paar wenigen, die gemeinsam die sogenannte „ressourcenbasierte Ökonomie“ in einer Modellstadt ausprobieren. Mit der Zeit wird diese Gemeinschaft von allein wachsen, da sie offen ist für jeden, unabhängig von Geschlecht, Rasse, Glaube oder irgend einer anderen der vielen trennenden Unterscheidungen.

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