2010-11-17

Ich mag den oberen Teil Ihres Schildes!

Als ich zum ersten Mal davon hörte, saß ich in einem Fahrzeug der Post, um... naja, will das wirklich einer hören? Wir alle tun zu irgendeiner Zeit irgendwas, und damals saß ich halt in diesem Kleinbus. Ich habe mit "nain'iläwen" genau so viel zu schaffen wie der überwiegende Rest der Welt: mehr oder weniger gar nichts. Meine persönliche Story dieses Tages spielte für den Verlauf der Ereignisse keine Rolle, wohl aber hat sich seither so manches für mich verändert, das auf jene Vorkommnisse zurückzuführen ist. Ich stehe wie jeder andere Mensch auf dieser Welt unter Generalverdacht. Die Zeit, die man auf dem Flughafen verbringt, hat sich deshalb verdoppelt. Ich bin biometrisch erfasst worden. Meine verfassungsmäßig garantierten Rechte wurden beschnitten. Meine Steuergelder werden in Afghanistan dazu benutzt, wildfremde Leute ums Leben zu bringen. Ich glaube daher, es ist sowohl angebracht als auch gerechtfertigt, sich ein paar Gedanken zu machen.

Natürlich beschäftigt mich das Thema nicht erst seit gestern. Wann der Denkprozess eingesetzt hat, ist mir entfallen. Doch als ich mir 2004 Fahrenheit 9/11 ansah - daran erinnere ich mich gut - waren Michael Moores Einwände gegen die leichtfertige Führung zweier Kriege bereits keine Überraschung mehr; und die Zeit ist seither nicht stehengeblieben. Piloten, Ermittler, Architekten, Ingenieure, Historiker, Journalisten, Militärs, Chemiker, Physiker, Politiker, Polizisten, Feuerwehrleute und selbst ehemalige Agenten sind in den letzten Jahren mit ihrer Fachkenntnis vorgetreten. Daher haben wir heute handfeste Beweise für eine ganze Reihe von Fakten:
  • Die USA wurden von mehr als einem Dutzend Staaten, u.a. Afghanistan, teilweise sehr konkret vorgewarnt, dass es Hinweise auf terroristische Aktivitäten gebe, und doch stritt die Regierung Vorkenntnis ab.
  • Die US-Luftstreitkräfte führten regelmäßig Übungen bezüglich multipler Flugzeugentführungen mit Angriffen auf WTC und Pentagon durch, aber Bush und Rice stritten zunächst ab, irgendjemand hätte sich so etwas je vorstellen können.
  • Rumsfeld und Powell haben zugegeben, gelogen zu haben, als sie ihre Vorwürfe gegen den Irak benutzten, um einen Krieg gegen dieses Land vom Zaun zu brechen.
  • NYC, US-Regierung und Umweltschutzbehörde war die extreme Schadstoffkonzentration im Staub bekannt. Dennoch erklärten sie die Luft für unbedenklich.
  • Mindestens zwei wissenschaftliche Studien weisen außerdem Thermitreste im Staub der WTC-Trümmer nach. 
  • Mindestens fünf der angeblichen Flugzeugentführer sind am Leben.
Und als ob dies alles nicht schon genug wäre, schockiert folgende FBI-Seite mit einer fehlenden Information:
Most Wanted Terrorists: Usama Bin Laden
Auf Anfrage von 'Muckraker Report' an das FBI, weshalb Bin Laden 9/11 nicht zur Last gelegt wird, antwortete jenes: "Weil dafür keine handfesten Beweise vorliegen."

Condoleezza Rice versprach am 23.9.2001 zu gegebener Zeit der Regierung vorliegende Beweise für die Verantwortlichkeit von Osama und den Taliban zu erbringen. Dies ist bis heute nicht erfolgt, wie u.a. obige FBI-Seite zeigt. Es handelt sich um die selbe Frau Rice, die im Herbst 2008 vor dem Senat ausgesagt hat, von Folteranordnungen bezüglich Terrorverdächtiger nichts zu wissen, während kurz darauf veröffentlichte Memos der Bush-Regierung belegen, dass die Regierung Foltermethoden nicht nur anordnete, sondern in mindestens einem Fall entsprechende Papiere auch direkt von Rice an die CIA weitergeleitet wurden. Die Autorität der (ohnehin umstrittenen) demokratischen Legitimation der Regierung Bush Jr. leidet enorm, und mit ihr deren Darstellung von Al Qaeda als Verursacher der Septemberanschläge.

Gegenteilige Beweise zusammen mit buchstäblich hunderten von Ungereimtheiten und seltsamen Zufällen ergeben ein Bild, das zwar keine hundertprozentige Klarheit über die Abläufe des 11. September 2001 verschafft; eines jedoch wird unmissverständlich deutlich: Die offizielle Version der Geschichte entspricht nachweislich nicht den beobachteten Tatsachen. Sie verletzt überdies mehrere Naturgesetze. Ich habe in den letzten Wochen ausführlich erläutert, weshalb ich diese sogenannten Naturgesetze nur im Rahmen empirischer Beobachtungen und nur als eng eingegrenzte Faustregeln zulasse.¹ ² ³ Ebenso erbringen wissenschaftliche und kriminalistische Beweisführung aus erkenntnistheoretischer Sicht nur begrenzten Nutzen für uns als ferne Beobachter. Angesichts der gravierenden Folgen der Ereignisse scheint es nun jedoch selbst mir angeraten, nach sechs Jahren des Bloggens zum ersten Mal das Thema 9/11 anzusprechen, um meine Stimme gegen die weitere Verbreitung bloßgestellter Fehlinformationen zu erheben.

Nicht nur führt Bushs Nachfolger auf dieser falschen Grundlage weiterhin Krieg, er verweigert auch die Wiederaufnahme der Ermittlungen. Gestern zeigte außerdem N24 (ähnlich wie viele andere Sender dieser Tage) zwei Dokumentationen, die ihre Darstellung auf erwiesenermaßen falsche Fakten aufbauen: 19 Entführer, Osama als Drahtzieher und eine Regierung, die alles tut, um Terrorakte zu verhindern, statt, wie geschehen, Mittel zu streichen, Beweise zu vernichten und Zugriffe zu behindern. Darf man von einem seriösen Nachrichtenkanal erwarten, dass er den neuesten Erkenntnissen Rechnung trägt und zumindest darauf hinweist, dass die gezeigten Bilder der Darstellung der Bush-Regierung entsprechen? Oder müssen wir uns automatisch auf Hofberichterstattung einstellen, sobald wir Mainstream-Nachrichten aufrufen?

Ein brauchbares Mittel, um sich einen umfassenderen Überblick zu verschaffen, sind die Dutzenden von Dokumentationen unabhängiger Rechercheure. Durch Analyse und Vergleich der damaligen Liveübertragungen miteinander und mit früheren und späteren Aussagen involvierter Personen erscheint heute manches in etwas anderem Licht. Einigen Autoren ist es gelungen, mit Hilfe deklassifizierter Dokumente eine Papierspur zu verfolgen, während chemische, physikalische und ingenieurstechnische Untersuchungen die Pfannkuchentheorie völlig demontieren. Und hätte nicht David Ray Griffin bereits in seinem zweibändigen Werk "The New Pearl Harbour" minutiös einen Großteil der Widersprüche aufgezeigt, welche die offizielle Version der Ereignisse charakterisieren, es wäre genau die richtige Fleißarbeit für einen wie mich gewesen.

Neben der Lektüre von Griffins Büchern kann ich dafür eine Reihe von filmischen Analysen empfehlen, die die Angelegenheit anhand von Indizien, Belegen und Beweisen jeweils aus einzigartigen Blickwinkeln beleuchten und auf Dinge hinweisen, die anderswo unberücksichtigt geblieben sind.

11. September - Die letzten Stunden im World Trade Center
Der von zwei Franzosen, den Brüdern Naudé, aufgenommene Film, der die Arbeit der New Yorker Feuerwehrleute zeigt, lief mehrmals schon im Fernsehen und darf wegen seiner Unmittelbarkeit nicht fehlen, auch wenn er in "September Clues" in Frage gestellt wird.

Loose Change 911
von Dylan Avery. Eine der besten Übersichten über die Vorkommnisse jenes Tages. 2006 sah ich die Second edition, später auch das darauffolgende Update (Final cut). Der neueste Stand wurde mit der Version An American Coup veröffentlicht. Barry Jennings der im Gespräch mit Avery über die Explosionen in Gebäude 7 berichtete, zog seine Aussage aus Angst vor Jobverlust zurück und verstarb 2008 unter ungeklärten Umständen, zwei Tage vor dem offiziellen NIST-Report.

9/11 Coincidences
Man kann sich beim Sprechen ja mal verhaspeln. Wer will ausschließen, dass es unter kuriosen Umständen nicht doch einmal zu einem Pfannkucheneffekt kommt? Und dass NORAD mit heruntergelassenen Hosen erwischt worden ist - nun, wir können froh sein, dass nicht gerade da der Russ' vor der Tür stand. Mit der Fülle dutzender, wenn nicht hunderter von weiteren dieser Koinzidenzen verringert sich die Wahrscheinlichkeit jedoch rasant gen Null. Einmal ist Pech, zweimal ist Zufall, und dreimal...

9/11 Mysteries
Die Autorin Sophia Smallstorm konzentriert sich 2007 auf das WTC. Sie nimmt die offizielle These vom Pfannkuchenszenario Schritt für Schritt auseinander und setzt ihr Erkenntnisse aus den entsprechenden Wissensgebieten entgegen.

Confronting the Evidence
Ein Film von zwei Stunden 40 Minuten Länge mit Zusammenschnitten von Fachvorträgen auf einer von Jimmy Walter (Walden-III) organisierten Podiumsdiskussion mit Interviews, Fernsehbildern und Ausschnitten aus andere Dokumentationen.

9/11 - Blueprint for Truth
Architekt Richard Gage gab 2008 eine Betrachtung des WTC-Kollapses aus statischer Sicht. Mit Hilfe der wissenschaftlichen Methode vergleicht er den Pfannkucheneffekt mit den Merkmalen kontrollierter Sprengung und geht auch auf chemische und physikalische Untersuchungen ein, wodurch er den offiziellen Berichten nachweisen kann, dass ihre Ergebnisse frei erfunden sind. Eine der fundiertesten und überzeugendsten Dokumentationen zu 9/11.

Michael C. Ruppert
Einer der ersten, der gegen die offizielle Version Sturm lief, war der ehemalige LAPD-Beamte Mike Ruppert, der eine wasserdichte Papierspur bis ins Weiße Haus verfolgen konnte. Bereits im November 2001 berichtete er in Vorträgen über The Truth and Lies of 9/11. Ungefähr zu gleicher Zeit beginnt er auch Warnungen vor einer Finanzkrise auszugeben, die er minutiös und bis auf wenige Monate genau vorhersagen konnte, wie der Talk about Peak oil, 2005, pt.1 / pt.2 zeigt. Dort veranschaulicht er weitere Beweisketten, die das Weiße Haus in Sachen 9/11 schwer belasten.

Painful Deceptions
Eric Hufschmids Doku von 2003 befasst sich mit statischen, logistischen und ermittlungstechnischen Fragen und untersucht, ob Drohnen im Spiel gewesen sein könnten.

Dave vonKleist
In Plane Site legt das Hauptaugenmerk auf das Pentagon und macht auf Verschleierungsversuche rund um den 11.September aufmerksam, die Ansatzpunkte für juristische Ermittlungen bieten könnten.
Ripple Effect gibt dagegen eine gute Übersicht über ein breites Feld kritisierter Unstimmigkeiten, legt thematisch aber Schwerpunkte auf die "No-Planes"-Schiene sowie die unsachgemäße und teils unseriöse Berichterstattung der Massenmedien.

September Clues
2008 erschien eine zweite Ausgabe von Simon Shacks Untersuchung, die sich ausschließlich auf vergleichende Video-Analysen der Live- und Nachberichterstattung verschiedener Sender stützt. Obwohl manche der präsentierten Unstimmigkeiten eine Sache des Zufalls oder der Interpretation sein könnten, bleibt das Material in seiner Gesamtheit doch höchst erstaunlich - eine Indiziensammlung, die man zumindest einmal angesehen haben sollte.

The Great Conspiracy
Barrie Zwicker, Journalist und Medienkritiker, stellte 2004 eine Sondersendung zusammen, die sich insbesondere mit nachweislichen Falschaussagen, Widersprüchen und vernichtetem Beweismaterial beschäftigte. Trotz des reißerischen Titels bleibt die Doku auf der sachlichen Seite, um Fragen zu stellen, die offiziellerseits nie zufriedenstellend beantwortet wurden.

Time for a Second Look
David Ray Griffin sprach 2009 in Hamburg über neuere Entwicklungen der 9/11-Forschung, gibt aber auch Auskunft darüber, weshalb eine unabhängige Untersuchung nötig ist und verschafft eine grobe Übersicht über fragwürdige Aspekte. Definitiv vorzeigbar.


Ich warne ausdrücklich vor unreflektierter Übernahme irgendwelcher Schlussfolgerungen. Die meisten Quellen, auf die sich obige Dokumentationen beziehen, sind allerdings im Netz und können verifiziert werden. Mach davon Gebrauch, wenn du Zweifel hast!

Der Titel des heutigen Artikel ist übrigens ein Zitat von Alex Jones aus "Martial Law 9/11", einem Streifen, den ich wegen seines überwiegend polemischen Tons genausowenig empfehlen wollte, wie die Vorträge von Webster Tarplay und einigen anderen. Es mag ja an ihren Argumenten etwas dran sein. Aber ohne Belege führen sie uns nicht weiter.

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