2008-01-08

The mind is a terrible thing to taste

Ist es überstanden? Haben wir den Dezember endlich hinter uns? Den mit dem ganzen Klimbim, den kein vernünftiger Mensch mehr ertragen kann? Der glühweinseligen Christenheit, den Rotfräcken,dem bösen W-Wort und diesem willkürlichen Neuanfang, der nur wieder einen wohlfeilen Vorwand bietet, sich volllaufen zu lassen, damit man es nachher auf den Suff schieben kann, wenn man seine verlogenen Vorsätze gleich wieder über Bord wirft?
*Phew*

Den martialischen, bei Ministry entlehnten Titel hatte ich glaub' schon mal. Was ziemlich wurschtig ist, solang er passt. Und das tut er ganz bestimmt, denn nach dem stark zweimonatigen Ausflug in meine persönliche Hölle, dessen letzte Hälfte von Sprachlosigkeit bestimmt war, habe ich ehrlich gesagt ziemlich wenig Lust, überhaupt noch über irgend etwas nachzudenken. Selig, die arm sind im Geiste.
Doch es hilft ja alles nichts. Niemand kann aus seiner Haut, so sehr er sich auch wehrt. Du bist gefangen. Gefangen in deinen Denkmustern, die gefangen sind in einem Körper, welcher gefangen ist in Lebensumständen, die entstehen aus Sachzwängen gesellschaftlicher Art, gegründet wiederum auf unumstößliche Gesetze der Natur. Da erzähl mir einer was von freiem Willen. Ich pfeife auf den freien Willen. Wenn es ihn gibt, bin ich umgeben von einer Bande Affen, die sich für Menschen halten. Von Augen, die nur sehen, aber nicht wahrnehmen. Die vorgeben zu hören, aber nicht verstehen. Die reden, ohne etwas zu sagen. Da wäre es mir tausend Mal lieber, sie hielten sich die Mäuler zu, statt lauwarme Luftblasen abzusondern.

Ich war wütend bis zur Raserei. Die Schlacht in der Normandie hätte ich allein entscheiden können, auch wenn kurz darauf der Saft komplett weg war. Ich wollte einen Schalter, der das Nichts aktiviert, aber da war keiner. Und auch kein Strom.
Ich will raus aus diesem Sumpf, der kein Vorn und kein Hinten kennt; bestenfalls Zweck, aber keinen Sinn besitzt. Ich ertrinke in der Nähe von Menschen, die mir ihre Gegenwart aufdrängen. Ihre kleinen, lumpigen Leben, an denen sie so sehr hängen. Ihre Beweggründe, die sie für so universell halten, dass sie kein Wort darüber hinaus verstehen. Ihre gedankenlosen Versprechen und ihre kurzsichtigen Hoffnungen, die so selten wahr werden.
Sehr oft wünsche ich mir Einsamkeit. Nicht dass Einsamkeit ein erstrebenswerter Zustand an sich wäre. Ich komme zwar ganz gut dauerhaft mit ihr klar, genauso wie ich auch die Gegenwart sinniger und sinnlicher Menschen durchaus genießen kann. Das Wichtigste daran ist jedoch die Freiheit. Freiheit von Einflussnahme, Manipulation, Vereinnahmung, aufgedrängter Kommunikation, erzwungenen Reaktionen und ähnlichem mehr. Lieber kommuniziere ich gar nicht, als problembehaftet. Worin auch immer die Ursachen liegen mögen.
Es ist ermüdend, sich immer wieder erklären zu müssen, um trotzdem unverstanden zu bleiben. Wirklich, es gibt Momente, da möchte ich das Sprechen verlernen. Momente wie in den letzten Wochen, als ich nicht mehr fähig war, etwas Vernünftiges zu schreiben. Geschweige denn zu sagen.

No comments:

Post a Comment