2008-03-17

Tüte voll Shit - pt.2: the unfun

Stellt euch einen Samstag und einen Sonntag vor.
Es ist Wochenende, die Sonne scheint, die Osterferien haben begonnen und es findet ein Frühlingsfest samt verkaufsoffenem Sonntag statt.
Die Stadtmitte besitzt optimale Voraussetzungen. Viele Geschäfte, herausgeputzte Häuser, alter Baubestand. Sieht alles ganz toll aus und lädt zum Einkaufen ein.
Die Straßen und Gassen sind brechend voll mit fliegenden Händlern, Fressbuden, Fahrbetrieben, Attraktionen und außerdem - der wichtigste Teil der Veranstaltung - Besuchern.
Am Samstag drängen sich bei schönstem Wetter mindestens 10.000 von ihnen zwischen den Ständen, am Sonntag bei Regen nochmal 20-30.000 schätzungsweise.
Das wars dann aber auch.
Die Ladengeschäfte (sogar der Bäcker am Eck) hatten überwiegend geschlossen und die Leute schoben sich nur durch. Noch nicht mal glotzenderweis', sondern einfach nur stupide gradeaus. Dass ich in der Situation nichts verkaufen konnte, mag man ja noch verstehen. Aber wieso wurden die beiden Kunsthandwerker nebendran kein einziges Stück los? Weshalb kam der Räucherstand, der seit Jahren gute Umsätze dort fährt, grade auf eine schwarze Null? Der Schmuckverkäufer gegenüber langweilte sich ebenso, wie die Karussell- und Boxauto-Typen auf dem Platz hinter mir.
Selbst die Fresstempel - Nudeln, Pommes und auch der Crêpes-Stand - haben Miese gemacht.

Dies wohlgemerkt in einem Ort mit hoher Beschäftigungsrate und wenig Schulden, auf einem Markt, der für seine guten Umsätze seit jeher bekannt ist. Ist das der Aufschwung, von dem alle reden? Oder wieso klebt mir zur Zeit braune Masse an den Fingern?

Was mich ärgert: Es bräuchte so wenig, den Betrieb krisensicher zu machen. Aber die Banken geben lieber Milliarden an windige Investoren, statt einem Kleinunternehmer 500 Euro Dispo zu gewähren. Und die Kundschaft lässt sich lieber von den großen Ketten abzocken, statt am Markt Qualität zu vernünftigen Preisen zu bekommen.
Einer Wirtschaft, die so handelt, gönne ich ihren Börsencrash, ihre China-Krise und ihre Energieverknappung. Alles Dinge, die nicht sein müssten, wenn man ein bisschen weniger raffgierig wäre.
Es ist ein Fehler, nur die großen Fische füttern zu wollen.

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