2005-02-25

Aussetzer

Eine Bewegung fließender Art
das gleitende Drehen einer Lafette
die blind und unbewusst in Anschlag geht
furchtlos ihr Ziel suchend
Licht spielt über Oberflächen
wirft kühnen Schwungs seine sanften Schatten
die mit jeder Bogensekunde neue
erstaunliche Formen annehmen
bis die Bewegung mit einem unhörbaren
aber deutlichen Klicken unversehens beendet
und der traumwandelnde Betrachter dem
Schock der Entdeckung ausgesetzt ist
dass der Mond seine Blicke bemerkt
und beschlossen hat seine Bahn
nicht länger über den Himmel zu ziehen
um für einen Moment zurückzustarren
Im grellen Schein der Sonne fügt Ton in Ton
sich zu hypnotisch leuchtenden Kreisen
auf seinem Antlitz während des Träumers
gerade noch lebendige Gedanken
in den tiefen Gewässern seines nun
aufgewühlten Gemüts zu ertrinken drohen
Doch der Augenblick verstreicht und
die Gestirne setzen leise lächelnd
unbeirrbar ihren ewigen Tanz fort...

2005-02-17

Der am Rad dreht

Käse
Der Zug hat dich mit sich fort genommen
In die Lande jenseits der Felder

Ein Haar hängt vorwitzig
am Ärmel meiner Jacke
Ein Teil von dir ist geblieben

Der Raum in dem du weiltest
riecht nun anders.
Dein Parfum ist ausdauernder als du.

Da sind Spuren im Matsch
unterhalb eines Ortsschildes
Du hast Eindruck hinterlassen.
(außerdem stehts jetzt ein wenig krummer da ;)

Fuck fuck fuck!
Die Leitung ist schon wieder tot. Die Geister der letzten 600 Jahre, in denen dieses Gemäuer Im Schneppenheimer Feld steht, mögen keine elektromagnetischen Wellen. Sie wollen allein gelassen werden.
Ich nicht. Insofern unterscheide ich mich grundlegend von ihnen - und von meiner eigenen Vergangenheit, die von einer tiefen Abneigung und einem noch tieferen Misstrauen gegen jede Berührung geprägt war. Gerade das Netz hat sehr viel zum Einsturz dieser mentalen Mauer beigetragen, deren verfluchte Fundamente nun Zug um Zug herausgerissen werden.

Ich weiß nicht, ob irgend jemand ermessen kann, wieviel Freiheit die Kupferdrähte und Glasfaserkabel dieser Welt durchströmt, aber mit ihnen verbunden zu sein ist wie eine Infusion reinster Nährlösung.
Nun da mal wieder nichts mehr geht, kehrt sofort eine unterschwellige Unruhe zurück...

 Nein, in der Stadt fühlte ich mich jetzt auch nicht besser. Ich bin ja keineswegs von der Umwelt abgeschnitten. Wenige Schritte sind es nur bis zum Auto. Trotzdem...