2010-04-29

Baumhäuschen wechsel dich

Direkt neben Svaram liegt die Windarra-Farm, und die Grenze zwischen City Area und Greenbelt läuft genau über die Grundstücksgrenzen. Das heißt, dass Svaram noch solide Gebäude hinstellen durfte, während Windarra überwiegend abbaubare Materialien verwenden musste. Was wiederum heißt, dass ich die nächsten Wochen erneut in einer Holz-/Palmblätterhütte wohnen werde, die auf Stelzen steht, denn ich war heute da, um mich füŕ Mai einzumieten.
Vérité macht ab Samstag ja Sommerpause, und überdies lerne ich durch das Umziehen mehr verschiedene Lebensweisen (und Leute) in Auroville kennen. Ich habe es näher zur Arbeit, denn ich werde direkt auf der Farm helfen, weshalb ich dort übrigens auch relativ günstig wohnen kann. Die Hütte ist einfach toll, mit sehr viel Licht, rundrum Bänken zum Sitzen und einem Schreibtisch. Ich konnte einfach nicht widerstehen, obwohl ich wegen der fliegenden Plagegeister eigentlich grad lieber in einen geschlossenen Raum gegangen wäre... nun, für die Moskitos muss ich jetzt endgültig eine Lösung finden, denn sonst seh ich mich nicht auf Dauer in Auroville bleiben.

Dann bin ich zum Büro von Blue Light gegangen, einer Gruppe, die den Open Source -Gedanken nach Auroville bringen möchte. Eigentlich ist das Eulen nach Athen tragen, aber da viele Menschen hier mit Computern bisher gar nichts am Hut hatten, muss man ihnen erst erklären, dass man auch Daten und Programme öffentlich zugänglich machen bzw. gemeinsam nutzen und verändern kann - kostenlos. Hab ein bisschen mit Manu geredet, um einen ersten Kontakt zwischen Blue Light und RBOSE, einem Ableger der Zeitgeistbewegung, herzustellen. Mal sehen, was wir füreinander tun können.

Bilder aus Saracon, einem Gemeinschaftsgebäude für Unternehmen wie Blue Light, Svaram und Auroville Transport:





2010-04-23

Ich glaub ich steh im Wald

Gestern und heute haben wir in Discipline nur den Wald gejätet. Es ist ein Nutzwald mit verschiedenen Früchten, u.a. Kokosnüssen und Zitrusfrüchten.
Jäten heißt hier: Man nimmt eine breite Hacke und fährt mit der Unterkante flach über den Boden. Dabei rupft man alles Grün raus. Wurzeln bleiben im Boden. Das Grün wird liegen gelassen. Es verrottet, wobei es Boden aufbaut.

Abends sind Kevin und ich nach Sadhana Forest rausgefahren, einer großen Kommune, die noch ziemlich den Geist der frühen Tage atmet. Die Architektur dort sieht phantastisch aus und kühlt die Luft stark herunter. Sie besteht praktisch nur aus Holz, Palmblättern und Gras, auf Granitpfeilern ruhend. Mit 24 Solarpanelen erzeugen sie den Strom für die gesamte Siedlung, die je nach Jahreszeit zwischen 50 und 180 Personen beherbergt. Außerdem... aber das zeigt der Film.
Außer Lebensmitteln wird nichts gekauft und es wird überhaupt nichts verkauft. Innerhalb der Kommune besteht eine Geschenk-Wirtschaft, die den größten Teil der nötigen Güter selbst herstellt. Außer den traditionell geschulten Bauarbeitern, die die "Hütten" fachgerecht zimmern, gibt es auch keine indischen Arbeitskräfte.











Oberflächenwasser erodiert das Gelände sehr schnell, wo es fließen kann:



Bis zum Ende des Monsuns wird das Becken randvoll. Alles Wasser versickert während der Folgemonate im Boden. Ein bisschen was verdunstet auch, aber der Grundwasserspiegel steigt jährlich um einen Meter und liegt jetzt in ungefähr 60m Tiefe.



...und dann noch zwei Videos, in denen man drei der erwähnten Kommunen sehen kann:

Svaram:



Vérité und Sadhana forest:

2010-04-22

Trivial Pursuit

Außer Arbeit gab's heut nix, drum möchte ich ein paar Fragen beantworten, die per email eingetroffen sind.


Wie funktioniert das indische Klo?
Hintern aus dem Holster ziehen, zielen, abdrücken, Rauch wegblasen. Man kann dann etwas Wasser nachleeren oder mit der Bürste arbeiten. Aber vielerorts gibts auch europäische und amerikanische Toiletten. Das Wasser fließt in ein Mehrkammersystem bzw. in ein Becken mit dungverarbeitenden Pflanzen.
Die beinharten Kommunen betreiben Mülltrennung. Da benutzt man einen ummauerten Tank mit Einfüll-Loch obenauf. Da wird Trockenes gesammelt und dann für ein Jahr hocken lassen. Gibt feinsten Kompost. Nasses wird separat gesammelt und mit Wasser verdünnt zum Gießen verwendet. Papier wird gar nicht oder sparsam benutzt.

Wie funktioniert die Muellabfuhr? Die Touris bringen doch bestimmt auch Plastikabfaelle mit.
Es wird ähnlich getrennt wie bei uns, aber es gibt keine einheitliche Entsorgung. Teilweise wird das aktionstechnisch verwertet, teilweise in Recyclinganlagen gebracht. Es fahren verschiedene Privatpersonen durch Auroville und fragen nach, ob jemand Müll hat, um ihn aufzukaufen und an Dritte weiterzuverkaufen. Und es gibt eigene Sammelstellen. Da wenig Müll anfällt, sehen die ziemlich minipupsig aus.





Kannst du Wasser aus dem Hahn trinken oder musst du alles abkochen?
Es stehen überall Blech- und Plastikkanister mit integriertem Filter rum, aus denen man sich kostenlos bedienen kann. Als Rohstoff dient Grundwasser.





Hast du zum Essen Besteck oder musst du mit der Hand futtern?
Die Inder essen mit der (rechten) Hand, aber es wird auch Besteck bereitgelegt.

Den Sinn der Tisch- und Stuhlbeine in Wasserschuesseln versteh ich nicht. Was soll denn da gekuehlt werden?
Da ist was verkehrt angekommen.
1.) Man kann Speisen im Wasserbad kühl halten.
2.) Man kann Speisen vor nichtfliegenden Tieren schützen, indem man den Speisenbehälter oder den Tisch, auf dem der Behälter steht, in ein Wasserbad setzt.

Ist das Essen vegan, wenn die keine Kuehlschraenke moegen?
Bis auf etwas Käse und selbstgemachten Rahm (wird häufig getrennt serviert) ist hier alles vegan. Auch in der Solar Kitchen. Fleisch würde noch eher Schwierigkeiten machen.

Wie ist die Versorgung mit Schokolade?
Es gibt verpacktes Riegelzeug und Schokokekse im Gemischtwarenladen.

Wie kommst du jetzt mit der Luftfeuchtigkeit klar?
Hitze und Feuchtigkeit sind ok. Hab mich vollständig dran gewöhnt. Arbeiten in der Sonne ist jedoch ein no-go, und nach 10 Uhr wirds selbst im Schatten langsam ungemütlich. Falls sich jemand gefragt hat, warum Leute im Süden so lahmarschig rumschlurfen - es geht nicht anders, denn sonst überhitzt man sich sofort und es kostet auch enorm Energie.

Gibt es da ausser Giftschlangen sonst noch gefaehrliches Getier?
Zwei Skorpionarten, deren Stich aber nicht tödlich ist. Bisher hab ich kein Langtier größer als einen Wurm gesehen. Die Hunde sind auch friedlich. Tagsüber hängen sie meist nur faul im Schatten rum.

Toronto: Hatten die einen Schrebergarten, wohnten die zur Miete? Wieviel haben
ihnen dabei geholfen? Das steckt so viel Fachwissen dahinter, das koennen
doch zwei allein gar nicht alles koennen.

Sie haben die Stadtparks und -Wälder zur Nahrungssammlung und -gewinnung benutzt. Der Verdienst reichte grade für Miete und ein bisschen Computerstrom. Das Fachwissen haben sie aus Internet, Büchern und Gesprächen gesammelt bzw. auch selbst durch Probieren erworben. Mit Teilzeitarbeit hat man viel Zeit für Recherchen und Versuche.

2010-04-18

Durch den Gulli

Der tiefste der langen Abflussgräben, die vom Auroville-Plateau zum Meer führen, der nach einer nahegelegenen Kommune benannte "Utility-Canyon", war heute früh mein Ziel. Um die Erosion zu stoppen hat man bereits in den 70ern und 80ern alle 50-100m Querdämme aus Stein eingezogen. Dadurch konnte sich Vegetation in den Rinnen festsetzen, die heute fast alles bedeckt. Fotogen ist das nicht, aber ein Segen für den sich wieder aufbauenden Mutterboden.


Der ursprüngliche Plan sah vor, dass die Stadt bis in ein paar Jahrzehnten so ungefähr aussehen soll:



Der Aufwand, mehr als zwanzig Quadratkilometer Wüste mit dichtem Wald zu bepflanzen, wäre nicht leistbar gewesen. Darum hat man, ähnlich den Flecken auf einem Leopardenfell, Inseln geschaffen, von denen aus Vögel und Wind Samen weitertragen konnten, um die Lücken zu füllen. Es waren aber immer noch 2 Millionen Bäume zu setzen. Diese Inseln musste man vor Viehverbiss schützen, denn hungrige Ziegen und Kühe laufen massig frei herum. Viele dieser Inseln existieren bis heute als sogenannte Sanctuaries, in denen kein Holz geschlagen wird und alles wachsen kann wie es will. Ich weiß nicht, wieviel hundert oder tausend Kilometer Zaun gebaut werden mussten. Einen Kostenfaktor stellt es jedenfalls dar, wenn man keinen Weg findet, wie man die Kühe anders als mit Maschendrahtzaun draußen halten will. Man fand gleich mehrere, dank alter indischer Technik.

Hier beispielsweise hat man knorriges Gebüsch sehr dicht gepflanzt und mit Querstreben aus dünnem Gehölz verbunden:



Auch eine Gebüschlösung, aber mit dünneren Zweigen, die sich von allein extrem ineinander verflechten:



Hier hat man kurzes Gebüsch als Fundament für einen Wall aus Abfallzweigen benutzt:



Ein echter, gebastelter Zaun, bestehend aus langen, dünnen Zweigen, die zwischen Querhölzer gebunden wurden:



Für Sichtschutz, z.B. an Baustellen und Unterkünften nahe der Wege werden Matten aus Palmwedeln benutzt, wie sie auch auf Hüttendächern zu finden sind. In der Vertikalen sehen sie relativ schnell schäbig aus:



Granitpfosten mit angebundenen Ästen. Die Pfosten werden für viele Zwecke eingesetzt. U.a. steht meine Hütte drauf. Man macht Wegweiser draus, verwendet sie als Pöller, Kontergewicht, Baumstütze oder baut ganze Einzäunungen aus eng gesetzten Pfosten.



Blick in einen Kindergarten. Wie auch viele Schulen hat dieser hier offene Räume.













Keine Pflanze, sondern die Spur von Tieren:



Kuilapalayam:







Dachterrasse der Solar Kitchen:



Earth Day wird groß gefeiert, mit zweiwöchigem Veranstaltungsprogramm, Freiessen in der Solar Kitchen und was nicht alles:



Termitenburg:







2010-04-15

Donnerstag. Einfach Donnerstag.

Ein Kanadier und seine tamilische Freundin waren mit in der Deep Ecology Klasse. Sie sind inzwischen nach Auroville umgezogen, aber die beiden lebten mehrere Jahre in Toronto, wo sie praktisch alles auf Eigenproduktion umgestellt haben. Seife, Shampoo, Nahrung, Möbel, Kleidung usw. Im Grunde nicht weiter verwunderlich. Früher sind Ge- und Verbrauchsgegenstände auch nicht aus der Plastikpackung vom Supermarkt gekommen. Erstaunlich war eher der Grad, bis zu welchem das in einer Millionenstadt möglich ist. Sie nahmen einen Teilzeitjob an, der grade so die minimalen Kosten trug, so dass sehr viel Zeit frei wurde für Recherchen und Versuche. Selbst für Privates hatten sie mehr Zeit als zuvor.
Umgezogen sind sie dann, weil dem Prozess der Anpassung an eine natürliche Nische in der Stadt Grenzen gesetzt sind. Auroville bietet dagegen fast schon ideale Bedingungen für diese Sorte Experiment.
Man kanns auch übertreiben, wird sich mancher vielleicht denken, aber dann wieder, wenn man kritisch unter die Lupe nimmt, wie viel man eigentlich über die lebenserhaltenden Systeme weiß, von denen wir abhängig sind und wie achtlos man damit oft umgeht, könnte man schon ins Grübeln kommen.
Kann ich den Weg des Trinkwassers bis zum eigenen Hahn genau verfolgen? Weiß ich, für welche Pflanzen der Boden besonders geeignet ist? Wieviel verbrauchte Energie steckt in einem Glas Joghurt, beginnend mit dem Melken?

2010-04-13

Deep Ecology II

(compiled of Wikipedia, notes from my current Deep Ecology class, and personal knowledge)
Deep ecology is a contemporary ecological philosophy that recognizes the inherent worth of other beings aside from their utility. The philosophy emphasizes the interdependent nature of human and non-human life as well as the importance of the ecosystem and natural processes. It provides a foundation for the environmental, ecology and green movements and has fostered a new system of environmental ethics.
Deep ecology's core principle is the belief that, like humanity, the living environment as a whole has the same right to live and flourish:
"The right of all forms of life is a universal right which cannot be quantified. No single species of living being has more of this particular right to live and unfold than any other species." (Arne Næss)


1 The Name

Deep ecology describes itself as "deep" because it persists in asking deeper questions concerning "why" and "how" and thus is concerned with the fundamental philosophical questions about the impacts of human life as one part of the ecosphere, rather than with a narrow view of ecology as a branch of biological science, and aims to avoid merely anthropocentric environmentalism, which is concerned with conservation of the environment only for exploitation by and for humans purposes, which excludes the fundamental philosophy of deep ecology. Deep ecology seeks a more holistic view of the world we live in and seeks to apply to life the understanding that separate parts of the ecosystem (including humans) function as a whole.

2 The Deep Ecology tree

The movement can be seen as a tree. The picture relates to deepening levels of questioning, as well correspondingly, increasingly relevant practices.
Each person comes from its own direction, with its own fundamental beliefs and convictions, which constitute the roots of the tree. It is the basis for everything else.
Nevertheless, all supporters of the movement agree on the 8-point platform, which is the trunk of the tree. It is a unifying guideline, a common source of collaboration between many different kinds of movements, and it provides both strength and flexibility.
The values of the 8-point platform show in different branches on the level of society and lifestyle choices. People form projects, groups, organisations and are also part of general directions, like vegetarianism.
The particular decisions and actions taken each moment are regarded as the leaves of the Deep Ecology tree.

3 The 8-point platform

Supporters of the deep ecology movement (rather than being referred to as "deep ecologists" or followers) are united by a long-range vision of what is necessary to protect the integrity of the Earth's ecological communities and ecocentric values. In order to establish shared objectives, Arne Næss proposed a set of eight principles to characterize the deep ecology movement as part of the general ecology movement.
Due to its inclusive character the platform is not meant to be a rigid set of doctrinaire statements, but rather a set of discussion points, open to modification by people who broadly accept them. Therefore it is natural that the wording of a version of the platform cannot be the same everywhere.
  1. The well-being and flourishing of human and nonhuman life on Earth have value in themselves (synonyms: intrinsic value, inherent value). These values are independent of the usefulness of the nonhuman world for human purposes.
  2. Richness and diversity of life forms contribute to the realization of these values and are also values in themselves.
  3. Humans have no right to reduce this richness and diversity except to satisfy vital human needs.
  4. The flourishing of human life and cultures is compatible with a substantial decrease of the human population. The flourishing of nonhuman life requires such a decrease.
  5. Present human interference with the nonhuman world is excessive, and the situation is rapidly worsening.
  6. Policies must therefore be changed. These policies affect basic economic, technological, and ideological structures. The resulting state of affairs will be deeply different from the present.
  7. The ideological change is mainly that of appreciating life quality (dwelling in situations of inherent value) rather than adhering to an increasingly higher standard of living. There will be a profound awareness of the difference between big and great.
  8. Those who subscribe to the foregoing points have an obligation directly or indirectly to try to implement the necessary changes.[1]

4 Social ramifications

Individuals adopt appropriate lifestyles and actions consistent with, but not determined by the 8-point platform.
"The frontier is long. There are many ways of acting for good. You cannot do everything!" (Arne Næss)
In practice, deep ecology supporters work towards decentralization, the creation of ecoregions, the breakdown of industrialism in its current form, and an end to authoritarianism. Deep ecology calls for nothing less than a complete overhaul of the way humans live on the Earth. It wants to be the framework for future societies.

5 Development

The phrase "deep ecology" was coined by the Norwegian philosopher Arne Næss in 1973,[2] and he helped give it a theoretical foundation.  
"For Arne Næss, ecological science, concerned with facts and logic alone, cannot answer ethical questions about how we should live. For this we need ecological wisdom. Deep ecology seeks to develop this by focusing on deep experience, deep questioning and deep commitment. These constitute an interconnected system. Each gives rise to and supports the other, whilst the entire system is, what Næss would call, an ecosophy: an evolving but consistent philosophy of being, thinking and acting in the world, that embodies ecological wisdom and harmony" (Stephan Harding)[3]

Næss rejected the idea that beings can be ranked according to their relative value. For example, judgments on whether an animal has an eternal soul, whether it uses reason or whether it has consciousness (or indeed higher consciousness) have all been used to justify the ranking of the human animal as superior to other animals. Næss states that from an ecological point of view "the right of all forms [of life] to live is a universal right which cannot be quantified. No single species of living being has more of this particular right to live and unfold than any other species."
This metaphysical idea is elucidated in Warwick Fox's claim that we and all other beings are "aspects of a single unfolding reality".[4]
As such Deep Ecology would support the view of Aldo Leopold in his book, A "Sand County Almanac" that humans are "plain members of the biotic community".
They also would support Leopold's "Land Ethic": "a thing is right when it tends to preserve the integrity, stability and beauty of the biotic community. It is wrong when it tends otherwise."
Daniel Quinn in Ishmael, showed that an anthropocentric myth underlies our current view of the world, and a jellyfish would have an equivalent jellyfish centric view.[5]
Deep ecology offers a philosophical basis for environmental advocacy which may, in turn, guide human activity against perceived self-destruction. Deep ecology and environmentalism hold that the science of ecology shows that ecosystems can absorb only limited change by humans or other dissonant influences. Further, both hold that the actions of modern civilization threaten global ecological well-being. Ecologists have described change and stability in ecological systems in various ways, including homeostasis, dynamic equilibrium, and "flux of nature".[6]
Regardless of which model is most accurate, environmentalists contend that massive human economic activity has pushed the biosphere far from its "natural" state through reduction of biodiversity, climate change, and other influences. As a consequence, civilization is causing mass extinction. Deep ecologists hope to influence social and political change through their philosophy.

5.1 Scientific basis

Næss and Fox do not claim to use logic or induction to derive the philosophy directly from scientific ecology [7] but rather hold that scientific ecology directly implies the metaphysics of deep ecology, including its ideas about the self and further, that deep ecology finds scientific underpinnings in the fields of ecology and system dynamics.
In their 1985 book "Deep Ecology"[8], Bill Devall and George Sessions describe a series of sources of deep ecology. They include the science of ecology itself, and cite its major contribution as the rediscovery in a modern context that "everything is connected to everything else". They point out that some ecologists and natural historians, in addition to their scientific viewpoint, have developed a deep ecological consciousness—for some a political consciousness and at times a spiritual consciousness. This is a perspective beyond the strictly human viewpoint, beyond anthropocentrism. Among the scientists they mention specifically are Rachel Carson, Aldo Leopold, John Livingston, Paul R. Ehrlich and Barry Commoner, together with Frank Fraser Darling, Charles Sutherland Elton, Eugene Odum and Paul Sears.
A further scientific source for deep ecology adduced by Devall and Sessions is the "new physics" which they describe as shattering Descartes's and Newton's vision of the universe as a machine explainable in terms of simple linear cause and effect, and instead providing a view of Nature in constant flux and the idea that observers are separate an illusion. They refer to Fritjof Capra's "The Tao of Physics" and "The Turning Point" for their characterisation of how the new physics leads to metaphysical and ecological views of interrelatedness, which, according to Capra, should make deep ecology a framework for future human societies. Devall and Sessions also credit the American poet and social critic Gary Snyder—with his devotion to Buddhism, Native American studies, the outdoors, and alternative social movements—as a major voice of wisdom in the evolution of their ideas.
The scientific version of the Gaia hypothesis was also an influence on the development of deep ecology.

5.2 Spiritual basis

The central spiritual tenet of deep ecology is that the human species is a part of the Earth and not separate from it. A process of self-realisation or "re-earthing" is used for an individual to intuitively gain an ecocentric perspective. The notion is based on the idea that the more we expand the self to identify with "others" (people, animals, ecosystems), the more we realize ourselves. Transpersonal psychology has been used by Warwick Fox to support this idea.
In relation to the Judeo-Christian tradition, Næss offers the following criticism: "The arrogance of stewardship [as found in the Bible] consists in the idea of superiority which underlies the thought that we exist to watch over nature like a highly respected middleman between the Creator and Creation."[9] This theme had been expounded in Lynn Townsend White, Jr.'s 1967 article "The Historical Roots of Our Ecological Crisis", in which however he also offered as an alternative Christian view of man's relation to nature that of Saint Francis of Assisi, who he says spoke for the equality of all creatures, in place of the idea of man's domination over creation.

5.3 Experiential basis

Drawing upon the Buddhist tradition is the work of Joanna Macy. Macy, working as an anti-nuclear activist in the USA, found that one of the major impediments confronting the activists' cause was the presence of unresolved emotions of despair, grief, sorrow, anger and rage. The denial of these emotions led to apathy and disempowerment.
We may have intellectual understanding of our interconnectedness, but our culture, experiential deep ecologists like John Seed argue, robs us of emotional and visceral experience of that interconnectedness which we had as small children, but which has been socialised out of us by a highly anthropocentric alienating culture.
Through "Despair and Empowerment Work" and more recently "The Work that Reconnects", Macy and others have been taking Experiential Deep Ecology into many countries including especially the USA, Europe (particularly Britain and Germany), Russia and Australia.

5.4 Philosophical basis

Arne Næss, who first wrote about the idea of deep ecology, from the early days of developing this outlook conceived Spinoza as a philosophical source.[10]
Others have followed Naess' inquiry, including Eccy de Jonge, in Spinoza and Deep Ecology: Challenging Traditional Approaches to Environmentalism, and Brenden MacDonald, in Spinoza, Deep Ecology, and Human Diversity—Realization of Eco-Literacies
One of the topical centres of inquiry connecting Spinoza to Deep Ecology is "self-realization". See Arne Naess in The Shallow and the Deep, Long-Range Ecology movement and Spinoza and the Deep Ecology Movement for discussion on the role of Spinoza's conception of self-realization and its link to deep ecology.


6 References

  1. ↑ Devall, Bill; Sessions, George (1985). Deep Ecology, p.70
  2. ↑ Næss (1973) 'The Shallow and the Deep, Long-Range Ecology Movement.' Inquiry 16: 95-100
  3. ↑ Harding, Stephan (2002), "What is Deep Ecology"
  4. ↑ Fox, Warwick, (1990) Towards a Transpersonal Ecology
  5. ↑ Quinn, Daniel (1995), Ishmael: An Adventure of the Mind and Spirit
  6. ↑ Botkin, Daniel B. (1990). Discordant Harmonies: A New Ecology for the Twenty-First Century
  7. The Shallow and the Deep, Long Range Ecology movements A summary by Arne Naess
  8. ↑ Devall, Bill; Sessions, George (1985). Deep Ecology
  9. ↑ Næss, Arne. (1989). Ecology, Community and Lifestyle: Outline of an Ecosophy. p. 187
  10. Spinoza and Deep Ecology

Deep Ecology

Heute begann eine einwöchige Klasse über Deep Ecology. Dabei geht es um tiefgreifende Veränderung der menschlichen Lebensweise (im Gegensatz zu einer Ökologie, die Schaden im Rahmen der gegebenen Strukturen zu begrenzen versucht). Die Wurzeln des Einzelnen können sehr verschieden sein, ebenso die individuelle Ausformung der Lebensweise. Aber die Deep Ecology Bewegung ist sich über acht Grundsätze einig, die zuvorderst anerkennen, dass der Planet nicht unser Eigentum ist, und seine Bewohner und Materialen nicht unsere Ressourcen. Als eine von millionen Spezies muss sich der Mensch in das Gesamtbild einfügen.
Die Sitzungen finden in Evergreen statt, einer größeren Gemeinschaft im südlichen Grüngürtel, die fast komplett aus Baumhäusern besteht. Diese sehen ein wenig ausgefeilter aus, als meine Hütte, teilweise sind sie echt riesig. Man kann mit der Technik sehr schöne Unterkünfte schaffen.


Savitri Bhavan

Nachmittags war ich am Savitri Bhavan, einem Bau, der Sri Aurobindo gewidmet ist. Bibliothek, Ausstellung, Meditationszentrum. Ich hab mich irgendwie um einen Tag vertan, denn eigentlich wollte ich zu einem Workshop, aber das war ganz gut so, denn so konnte ich Narendra treffen, einen gebildeteren älteren Inder, der gerade Studien zum Integralen Yoga durchführt. Er erzählte von traditionellen Ansichten zur Beschaffenheit der Welt, dem Leben Aurobindos und gab Ratschläge für meine Entwicklung.
So langsam komme ich mir vor wie in "Waking Life", denn jeweils zur richtigen Zeit laufe ich einem menschlichen Wegweiser in die Arme oder stoße auf einen wichtigen Film oder ein Buch, das mir etwas zu sagen hat. Das dauert schon seit eineinhalb Jahren an, verdichtet sich nun aber ungeheuer. Aurelio meinte, das bleibe in Auroville nicht aus.

Gegen Abend bin ich nach Kuilapalayam gefahren, einem Tamilendorf zwischen Auroville und Repos (dem AV-Bereich des Strands). Brauchte dringend klimagemäßere Hosen. Der Shop befand sich in einem heruntergekommennen Haus, aber der Verkäufer war, wie die meisten Tamilen, superfreundlich und auf Zack. Hatte sofort die passenden Größen und Farben parat. Preise wollte der aufrufen - höher als in Deutschland. Wir haben uns dann auf einen zivilien Betrag geeinigt, bei dem er immer noch glauben konnte, einen Weißen kräftig übers Ohr gehauen zu haben.

2010-04-12

Solar Kitchen

Wie schützt man Nahrungsmittel vor Insekten? Bei Temperaturen wie den hiesigen sind Insekten teilweise eine echte Plage und ich fragte mich vor der Reise, wie man in Indien wohl damit zurechtkommt. Mit erstaunlich einfachen Mitteln, stelle ich fest. Kritische Gebäude wie z.B. Küche oder Speisesaal werden mit einem Wassergraben umgeben, oder man stellt Tisch- und Regalbeine in Schüsseln mit Wasser. Sogar die Säulen meines Baumhauses stehen in Becken. Für alle Schüsseln gibt es einen Deckel. Gegen Fluginsekten werden alle Fenster und Türenn mit Fliegendraht vergittert. Glas wurde fast nur an öffentlichen Gebäuden verwendet, nicht in den Kommunen. Abgesehen von einzelnen Tieren dringt trotzdem kaum was ein - außer ins Baumhaus, aber das ist ja auch nach allen Seiten offen. Dort kann man nur vorübergehend leben, denke ich.
Kühlschränke verwenden sie hier ebenfalls kaum. Zu teuer, zu umweltschädlich, zu hoch im Verbrauch. Es wird nur so viel serviert, wie unbedingt nötig, und nur das aufbewahrt, was unempfindlich ist. Man kann Dinge in Behältern im Wasserbad kühlen, oder in trockenen Tüchern eingeschlagen liegen lassen, wie z.B. einen Laib Schwarzbrot (yay!), der seit fünf Tagen in der Küche bereitliegt, ohne in der ziemlich hohen Luftfeuchtigkeit zu schinmmeln.





Heute war ich übrigens in der Solar Kitchen. Die mit der selbstgebauten Kollektorschüssel. Es gibt da ein Internetcafe, aber irgendwie bin ich zu früh dran. Der Betreiber nimmts nicht so genau mit den Öffnungszeiten *g* Probiere es gleich nochmal. Andernfalls muss ich drauf warten, dass Vérité seine Leitung repariert bekommt.
Und ich war auf der Discipline Farm, einer der größeren Lebensmittelerzeuger in Auroville. Ab kommenden Montag möchte ich dort ehrenamtlich arbeiten, um ein bisschen was über Landwirtschaft und die örtliche Selbstversorgung zu lernen.



1x kostenlos tanken für E-bikes? Bittesehr!



Die anderen parken ihr ordinäres Rad bitte hier oder im Freien. Regnen tut's eh frühestens wieder im Juli.



Termitenbau



Andere Baustelle (Neue Auroville Library)



und Vérité Hall, wo Meditationen und Versammlungen stattfinden.

2010-04-11

Industrial Zone

Sonntag. Eigentlich sollte das ein ganz normaler Tag in Auroville sein. Außer den gesetzlichen indischen und den städtischen Feiertagen sollte das Leben ganz normal weitergehen. In der Praxis hat es sich jedoch ergeben, dass ein gewisser Rhythmus belebender wirkt. Und sicher hat es auch eine Rolle gespielt, dass mehr als die Hälfte der Einwohner aus westlich orientierten Ländern stammt. Jedenfalls herrscht weitgehend tote Hose.


(Das Rädle, mit dem ich rumfahr)

Die Temperaturen liegen heute Morgen bei angenehm kühlen 25°C. Ideal für eine kleine Spritztour. Da Vérité in der künftigen "Industrial Zone" von Auroville liegt, bin ich mal mit dem Radl drin rumgefahren. Der Wald ist überall relativ dicht. Es liegen jedoch viele Einzelhäuschen und Baugruppen am Rand der Staubpisten, und viele haben auch irgendein Gewerbe am Laufen.
Bei der Stadtgründung hat man sich das so gedacht, dass die Nordwestecke von Auroville vorwiegend durch produzierende Aktivitäten außerhalb der Landwirtschaft genutzt wird und dass dies von der Zielsetzung her nicht dem Profit, sondern dem Selbsterhalt der Stadt dient. Stellenweise übergehen Einzelne diese Regel, aber insgesamt ist Auroville immer noch im entsprechenden Fahrwasser. Menschen arbeiten hart dafür, dass alles läuft und sie tun es mit großer, spürbarer Freude. Ich höre niemanden über seinen Job oder die Arbeitsbelastung jammern. Im Gegenteil, ständig die Frage, was man sonst noch zum Allgemeinwohl beitragen kann.
Die Leute suchen - und finden - andere Arten zu leben als den Western style. Hier gibt es deshalb nirgends Patentlösungen. Man tauscht zwar Erfahrungen aus, aber jeder regelt die Dinge auf seine Weise. Im Vergleich zum Umland stellt Auroville - ich habe es selbst gesehen - eine Sphäre des Wohlstands und einen Grad der Ordnung dar, der seinesgleichen sucht. Man muss zwar Abstriche machen, aber wenn man sich nicht auf bestimmte Vorbedingungen versteift, kann man hier auch den Komfort finden, den man von Europa gewohnt ist. Da sind Büchereien, Internetcafes, Shops, Parks, Strand. In den Häusern gibt es Strom, Wasser, Telefon, Keramiktoiletten, Ventilatoren und was sonst noch dazugehört.
Und was das Lebensgefühl angeht, erscheint mir das Dasein hier so viel entspannter als zuhause, wo du ohne Geld keine Chance hast, ein menschenwürdiges Leben zu führen.

In Vérité:



Die Vérité-Bibliothek:



Der Einstieg in mein Baumhaus mit dem hübschen Namen "Joy":

2010-04-10

Theater!

Bin aufgewacht, noch bevor der Muezzin loslegte, vielleicht viertel vor fünf. Stechen, beißen, brennen auf den Füßen. Heute Nacht haben mich die Moskitos fachgerecht zerlegt. Das Netz hält nicht ganz dicht und das Autan wirkte überhaupt nicht.
Rajaveni gab mir später etwas auf Citronella-Basis. Das riecht und wirkt besser.
Vom Aufstehen an war jedenfalls an Ruhe nicht mehr zu denken, alle Ausgeglichenheit beim Teufel. Jedes kleinste Ziehen, Jucken, Stechen, jede winzige Hautirritation ließ mich auffahren und um mich schlagen. Dazu die konstanten Statusmeldungen von unterhalb der Knöchel - kaum auszuhalten.
Nach dem Duschen war es kurz besser, aber die Mücken-Paranoia blieb mir erhalten. Meine morgendliche halbe Stunde zur Sammlung fand statt, ohne dass mein Geist anwesend gewesen wäre. Erleichterung im Fischteich - heute Fehlanzeige wegen großer Auroville-Versammlung im selben Gebäude. So ging der ganze Tag rum, ohne dass ich zu mir gekommen wäre oder etwas auf die Reihe gebracht hätte.
Zum Glück kam Abends noch Aurelio vorbei, ein Österreicher, der eine Instrumentenwerkstatt und Musikkommune namens Svaram betreibt. Ich kenne ihn aus einer Minidoku über sein Projekt. Irgendwie schon lustig, wenn einem solche Leute begegnen, die man in Videos gesehen hat. Ging mir in Auroville schon mehrfach so.
Jedenfalls sind wir nach Einbruch der Dunkelheit zum Bharat Nivas gefahren, ein Multifunktionsbau, in dem auch ein Auditorium vorhanden ist. Von der Auroville-Architektur bin ich echt begeistert. Du siehst, dass sich die Leute Mühe gegeben haben, mit relativ einfachen Formen und Werkstoffen ein ansprechendes, einladendes und zweckdienliches Umfeld zu schaffen.

Das Auditorium:













Heute fand eine Aufführung einer Laientheatergruppe statt. Ein bisschen überdreht, aber insgesamt professionell genug. Das Stück ("Black Comedy") spielte komplett im Dunkeln, aber für die Zuschauer beleuchtet. Sozusagen invertiert. Jedesmal, wenn jemand ein Streichholz anriß, wurde das Licht gedimmt, und als schließlich im Stück die Sicherung wieder drin war, gingen die Scheinwerfer im Saal komplett aus.





Das ist übrigens ein Ambassador:







Überall durchziehen kleinere und größere Dämme die Landschaft. Sie werden mit Büschen, Bäumen Kakteen und Stauden befestigt und sollen zum einen den Monsunregen auf dem Land halten, so dass er beim Versickern den Grundwasserspiegel wieder auffüllt, zum anderen sollen sie die Entstehung von Wasserläufen verhindern, die in der Vergangenheit tiefe Canyons gerissen und die fruchtbare Bodendecke ins Meer gespült haben. Sogar einzelne, frisch gepflanzte oder junge Bäume werden mt einem Wall umgeben. Der Erfolg ist in Form einer ziemlich dicken Schicht Humus zu bestaunen, die sich in verschiedenen Brauntönen über dem rotsandigen Untergrund aufgebaut hat, welcher vorher das ganze Plateau bedeckt hatte.

Brunnen